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Mit Google zum Werbestar …oder lieber nicht?

Mit Google zum Werbestar …oder lieber nicht?

Nov 12, 2013

Während am 11.11. die Jecken die Korken knallen lassen, ist es Freunden der Privatsphäre gar nicht zum Feiern zumute.

Denn Google hat wie angekündigt die internationalen AGBs seiner Dienste angepasst – zukünftig können ohne gesonderte Zustimmung Namen und Fotos von Google-Nutzern auch in Werbebannern eingesetzt werden (bei Facebook ja schon länger Usus).
Wer sich nicht zum Werbestar berufen fühlt, muss aber nicht verzweifeln: Jeder Nutzer kann dieser Verwendung aktiv (im so genannten Opt-Out-Verfahren) widersprechen. Wir zeigen wie.

Neue AGBs für Google Dienste

Zum 11. November hat Google die internationalen Nutzungsbedingungen seiner Dienste überarbeitet – damit wird es Google ermöglicht, Nutzerdaten aus Google+ auch in kommerziellem Kontext, sprich Werbeanzeigen zu verwenden.

So lautet die Formulierung in den übersetzten, internationalen Terms seit dem 11.11. nun:

Wenn Sie über ein Google-Konto verfügen, zeigen wir in unseren Diensten sowie in Anzeigen und anderen kommerziellen Kontexten möglicherweise Ihren Profilnamen, Ihr Profilbild und die Aktionen an, die Sie auf Google oder in mit Ihrem Google-Konto verknüpften Drittanbieteranwendungen ausführen. Dies gilt beispielsweise für das Betätigen von +1-Schaltflächen, für Erfahrungsberichte, die Sie verfassen, und Kommentare, die Sie posten. Wir respektieren die Einstellungen, die Sie in Ihrem Google-Konto zur Beschränkung des Teilens oder der Sichtbarkeit von Inhalten vornehmen.

Die offiziellen AGBs für Deutschland setzen wie bisher noch vor einer kommerziellen Verwendung der Daten die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer voraus:

Wenn Sie ein Google-Konto haben, zeigen wir im Rahmen unserer Dienste zusammen mit Ihrem Profilnamen und Profilbild Aktivitäten an, die Sie in unseren Diensten oder in Diensten Dritter, die mit Ihrem Google-Konto verbunden sind, vornehmen (zum Beispiel +1s, Bewertungen und Kommentare, die Sie posten). Sofern wir hierfür Ihre Einwilligung erhalten haben, erfolgt dies auch im Rahmen unserer Werbedienste. Die von Ihnen im Google-Konto vorgenommenen Einstellungen zum Teilen und zur Sichtbarkeit berücksichtigen wir auch insoweit.

Aber da wir ja nun nicht erst seit gestern im Social Web unterwegs sind ist klar: Auch die Terms der deutschen Dienste werden wohl zeitnah an den internationalen Standard angepasst.

Werbestar…

Was bedeuten die neuen Terms konkret für den Nutzer?
Wie jeder weiß betreibt Google mit Adwords ein riesiges Werbenetzwerk, dessen Banner auf gefühlt 90% aller Webseiten angezeigt werden. Und Google ist natürlich stets bestrebt, die Attraktivität des AdWord-Netzwerkes für Werbetreibende attraktiver zu machen. Durch eine Verknüpfung der Google+ Daten mit AdWord-Werbeanzeigen lassen natürlich neue, sozialere Werbeformen anbieten, bei denen einzelne Nutzer quasi als Werbeträger dienen.

Google Social Ad Formate Google Social Ad Formate


Wer also auf Google+ Amazon in seinen Kreisen hat, könnte demnächst in Amazon-Werbebannern auftauschen – vor allem wenn der Besucher der Webseite mit dem Ad-Banner ebenfalls bei Google+ angemeldet ist und sich im Freundeskreis des Werbeträgers befindet. Denn wie schon Facebook zeigt, gibt es kaum etwas effektiveres als Empfehlungen aus dem eigenen Bekanntenkreis (wenn auch in dem Fall etwas unfreiwillig)

…oder Datenschutz? Das Opt-Out-Verfahren

Die kommerzielle Nutzung der Daten wird durch die neuen internationalen Nutzungsbedingungen ohne vorherige Zustimmung des Nutzer erlaubt. Aber natürlich baut Google schon allein zur Beruhigung der Datenschützer die Möglichkeit ein, diesem Verfahren aktiv zu widersprechen – das Fachwort lautet hier „Opt-Out“.

Wer also nicht als Werbegesicht in Google-Ads auftauchen möchte, muss einfach die entsprechende Freigabe deaktivieren. Das geht aktuell so:

  • Diese Seite öffnen
  • Mit dem Google-Kontodaten einloggen (falls noch nicht geschehen)
  • Ganz unten den Haken entfernen bei „Basierend auf meinen Aktivitäten kann Google meinen Namen und mein Profilbild in sozialen Empfehlungen einblenden, die in Anzeigen erscheinen.“
  • Auf „Speichern“ klicken!

Schon hat man der kommerzielle Nutzung seiner Daten durch internationale Google-Dienste widersprochen und kann in Zukunft selbst entscheiden, welche Produkte oder Firmen man seinen Freunden empfiehlt.

Damit wurde wieder eine hoffnungsvolle Werbkarriere frühzeitig beendet…tja, das ist eben der Preis des Datenschutzes





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