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Social Ads – der Xing Moment (1)

Social Ads – der Xing Moment (1)

Jun 7, 2011

Nach dem einleitenden Artikel zu Social Ads, starten wir mit der näheren Betrachtung einzelner Social Networks und Advertising Plattformen. Los geht es mit XING.

Xing ist hierzulande das führende, businesszentrierte Social Network, deutlich vor dem international stärkeren LinkedIn. Xing hat in etwa 10 Millionen Mitglieder, davon gut die Hälfte (4,7 Mio) im deutschsprachigen Raum. Entsprechend bieten sich hier gute Voraussetzungen für B2B-bezogene Projektakquise, Partneransprache sowie gezielte Recruitingaktivitäten mit Schwerpunkt auf DACH (für ausführlichere Nutzerdetails lohnt sich ein Blick in die öffizielle Werbe-Präsentation oder den neusten Quartalsbericht).

Wer sich länger auf der Plattform aufhält, bemerkt schnell, dass Berater, Freelancer und Jobsuchende einen Großteil der besonders aktiven Anwender ausmachen. Zudem gibt es kaum Fake-oder Spam-Profile, nicht zuletzt da sich Xing eigentlich nur mit einem kostenpflichtigen Premium-Account (7% aller Mitglieder) richtig sinnvoll nutzen lässt. Dies ist – zusammen mit dem seriöseren Business-Image – natürlich ein großer Vorteil gegenüber den „Freizeitnetzwerken“.

Xing 2.0

Allerdings befindet sich Xing gerade in einer Umbruchphase – klar ersichtlich unter anderem an dem mittlerweile zweiten Interface-Update innerhalb kurzer Zeit. Denn trotz der unterschiedlichen Grundausrichtung ist auch hier der Wettbewerb mit Facebook spürbar. Die US Plattform zeichnet sich nicht nur durch eine extrem breite Masse an Nutzern (es ist anzunehmen, dass die allermeisten Xing-Mitglieder auch ein Facebook-Profil haben) sowie eine hohen Dynamik aus, sondern stellt viele (Business-)Funktionen auch kostenlos zur Verfügung und wildert damit automatisch auch im Bereich der spezialisierten Netzwerke.
Xing Interface seit Juni 2011
Die klare Tendenz ist, dass Xing sich in diesem Umfeld stärker auf Kernfunktionen konzentriert – aktuell geht die Entwicklung von einer reinen Kontaktverwaltungsplattform zu einem deutlich dynamischeren Kommunikations- und Business-Management-System. Dies zeigt die Zentrierung des neuen Interfaces auf eine Echtzeit-Pinnwand (Facebook!) als auch die kürzlich erfolgte Einbindung des Amiando-Ticketsystems zur Organisation (kommerzieller) B2B-Events. Zudem wurde die Integration externer Applikationen durch Drittanbieter stark reduziert, so dass eine ausufernde Anzahl an Apps und Funktionalitäten vermieden wird. Gerade in letzterem Punkt bewegt sich Xing klar in eine andere Richtung als der Wettbewerb, der sich zunehmend durch offene APIs profilieren will, was aber oft auch zu Lasten der (Daten-)Sicherheit geht. Inwieweit diese Strategie für Xing aufgeht, wird sich an den kommenden Nutzungsstatistiken zeigen. Da die Plattform aber bereits seit geraumer Zeit profitabel ist, hat die Xing AG genug Spielraum, um strategische Visionen zu verfolgen.

Aufgrund dieser Dynamik ist es für uns schwierig, Kunden strategische Tipps für die werbende Nutzung von Xing zu geben – es wird sich noch zeigen, wo in Zukunft die Schwerpunkte des Netzwerks liegen werden. Drei sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für Social und Web Advertising wollen wir aber trotzdem vorstellen. In diesem ersten Artikel schauen wir uns die Firmenprofile an, während der zweite Teil dann die klassischen Ads sowie die Premium-Shopping-Angebote beleuchtet.

Firmenprofile

Firmenprofile werden von Xing seit 2010 als Werbe- und Informationstool für Unternehmen beworben – es handelt sich dabei um eine dedizierte Unterseite mit verschiedenen statischen oder dynamischen Informationen rund um das eigene Unternehmen. Dabei lässt sich das Profil nicht nur in Xing aufrufen, sondern ist (auf Wunsch) auch für Nichtmitglieder über eine eindeutige URL einsehbar (https://www.xing.com/companies/Firmenname). Im Grunde ähnelt ein Firmenprofil damit den Seiten auf Facebook, wobei sich hier einige Xing-spezifische Funktionen (Recruiting, Eventmanagement, Projektakquise) integrieren lassen.
Eine Übersicht zu den Funktionen der Firmenprofile findet sich in der zugehörigen Broschüre – allerdings kann es hier im Zuge des Interface-Updates zu weiteren Anpassungen / Änderungen kommen.

Basisprofile

Jedes Unternehmen kann bei XING ein kostenloses Firmenprofil beantragen, welches dann von einem Mitarbeiter über dessen XING-Account administriert wird. Und wer lässt sich schon kostenlose Möglichkeiten zur Selbstvermarktung entgehen. In der Basisvariante beinhaltet ein Firmenprofil neben Logo und Adresse auch eine kurze Firmenbeschreibung und eine automatisch generierte Liste aller Mitarbeiter bzw. etwaiger Stellenanzeigen.

Xing Firmenprofil Basic

Erweiterte Profile

Für knapp €25 im Monat (Standardprofil) bzw. €129 im Monat (Premiumprofil) lässt sich das XING-Profil um einige Features erweitern. So ermöglichen kostenpflichtige Profile eine flexiblere Gestaltung der Seite und erhöhen zudem die Sichtbarkeit des Unternehmens in XING sowie externen Suchmaschinen. In der Premium-Variante können außerdem Unternehmensmeldungen direkt in Xing veröffentlicht und von Anwendern „abonniert“ werden. Dies bedeutet dann analog zum „Gefällt mir“ auf Facebook, dass ab dann Neuigkeiten direkt auf der Startseite des Anwenders erscheinen, wodurch ein kontinuierlicher Draht zu interessierten Personen gewährleistet ist. Die erweiterten Profile müssen bei XING für jeweils 12 Monate gebucht werden.

Xing Firmenprofil Premium (Beispiel Telekom)

Zusammengefasst

Wie bereits erwähnt spricht als Unternehmen viel dafür, sich zumindest über ein Basisprofil bei Xing zu präsentieren – alleine die erhöhte Sichtbarkeit im Web und der positive SEO-Effekt lohnen einige Minuten Zeitinvestition. Wie das Bild unten zeigt rankt Google unsere Xing-Basisseite bei der Suche nach dem Firmennamen direkt nach unserer eigentlichen Homepage und damit noch vor anderen Profilseiten (LinkedIn, Facebook, Twitter, Slideshare). Zudem lässt sich dann anhand der Resonanz auch abschätzen, ob das Upgrade auf ein kostenpflichtiges Profil eine Option sein könnte. Dieses empfehlen wir primär Unternehmen, die einen größeren Kreis an Partnern, Kunden oder potentiellen Bewerbern ohne großen technischen Aufwand auf dem Laufenden halten wollen – allerdings auch dann nur, wenn sich ein Großteil der Zielgruppe primär in XING tummelt und die Zielsetzung auf Akquise, Recruiting oder Bewerbung von B2B-Events liegen.
Sind diese Faktoren erfüllt, ist trotz des deutlich höheren Preises das Premiumprofil die bessere Wahl, da speziell das Neuigkeiten-Feature einen erheblichen Mehrwert gegenüber der Standardvariante bedeutet. Der Schritt von Basis- auf Standard bietet dagegen nur begrenzten Mehrnutzen und ist höchstens aus Imagegründen ratsam.
Fällt die Präferenz für Xing allerdings nicht eindeutig aus, lassen sich mit den gesparten monatlichen Kosten auch andere, ähnlich attraktive Tools nutzen (z.B. ein selbst gehosteter WordPress-Blog), die in Sachen Gestaltung und Management nicht an eine einzelne Plattform gebunden sind. Grundsätzlich lohnt es sich zu beobachten, wohin sich die Plattform in den nächsten Wochen bewegt.

Google Ranking für Synaptic Network





2 Kommentare

  1. Patrick Heuser /

    Ich war schon zu Open-BC Zeiten dabei, bevor die Plattform sich in XING umbenannte. Überwiegend stand ich mit Personen im Kontakt, die ich bereits aus der realen Welt kannte. Alle Neukontakte auf XING brachten mir persönlich keinen Mehrwert. Als ich dann nach Jahren endlich herausfand, dass in diversen Threads überwiegend Fakes unterwegs sind (speziell die Kontaktknüpfungsthreads und vor allem Wortwerk), ließ das Interesse sofort nach. Fast zeitgleich verließen auch andere Mitglieder die Plattform bzw. wurden von jetzt auf gleich inaktiv. Ich würde behaupten, in manchen Threads auf XING tummeln sich zum Großteil nur noch Fakes. Fakes können natürlich tun und lassen was sie wollen, weil sie ihre wahre Identitiät verstecken. Ich liefere längst nach meinen Learnings nicht mehr meinen Lebenslauf ab, noch gebe ich sonstige, private Informationen ins Internet.
    Vorsicht im Internet, so meine Meinung!
    Mfg

    • Gut, Vorsicht im Internet ist wirklich immer angebracht.

      Dass das Fake-Problem bei Xing mittlerweile so drastisch ist, ist mir bisher noch nicht aufgefallen (vielleicht auch mangels Aktivität in Gruppen). Allerdings muss ich auch zugeben, dass der Mehrwert einer Mitgliedschaft netzwerktechnisch nicht mehr allzu groß ist – auch bei mir sind viele gute Kontakte mittlerweile inaktiv, und Neuanfragen kommen hauptsächlich von Consultants oder ominösen Geldvermehrungsprofis.

      Unabhängig davon zeigt die XING-Bilanz für das erste Quartal 2011 aber weiterhin deutlich steigende Mitgliedszahlen und Umsätze. Daraus lässt sich ableiten, dass die Plattform im Business-Segment weiterhin attraktiv ist – oder das Xing mit den Themen Recruiting und Event-Management rechtzeitig neue Umsatzfelder aufbauen konnte, bevor die Abschwächung im Kerngeschäft spürbar wird…

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