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Genial Global: Smartphone App Stores in Asien

Genial Global: Smartphone App Stores in Asien

Jun 22, 2011

Fernweh

Der weltweite Vertrieb von Smartphone Apps war noch nie so einfach wie heute – ein Klick auf die Länder im jeweiligen App Store Backend genügt, und schon können auch iPhone oder Android User in Singapur oder Süd Korea darauf zugreifen. Ebenso bequem lassen sich über Google AdWords oder Facebook auch eigene Werbekampagnen in entfernten Regionen in wenigen Minuten anlegen. Nicht umsonst träumen viele kleine oder große Firmen davon, ihre App ohne größeren Mehraufwand zu einem weltweiten Erfolg zu bringen.

Länderauswahl im iTunes App Store Backend

Fern, weh

Richtig erraten: Jetzt kommen wieder die Synaptic Spaßbremsen mit dem erhobenen Zeigefinger. Aber die meisten werden ja schon ahnen, dass es ganz so einfach dann doch nicht ist. Die weltweite Skalierbarkeit eines einzigen Smartphone App- und Marketing-Konzepts bleibt ein rarer Ausnahmefall. Die wesentlichen Fallstricke hierbei sind:

  • Die Landessprache – nicht überall sind Smartphone Nutzer mehrheitlich auch mit Englisch zufrieden
  • Lokale Vorlieben bezüglich Inhalte, Workflows oder Interface-Design
  • Lokale Rechtsunterschiede (Vorsicht, hier zumindest unangenehme Fallen, z.B. bei Glücksspielen – das wäre einen eigenen Artikel wert)
  • Mehr Wettbewerb: Der weltweite Release einer innovativen App-Idee lockt ggf. mehr Nachahmer auf den Plan als einem lieb sein mag
  • Unterschiedliche Verbreitung der Smartphone Systeme (zugegeben, mit iPhone und Android Apps liegt man nie ganz falsch)

Fakten, Fakten, Fakten (aka. Distimo-Report)

Schauen wir uns das doch mal anhand objektiver Daten an: Die eben erschienene Distimo Publication für Juni 2011 beschäftigt sich mit den Marktzahlen der asiatischen App Stores, und zwar systemübergreifend (sprich: Apple App Store für iPad / iPhone, Mac Store, Blackberry App World, Getjar, Google Android Market, Nokia Ovi Store, palm App Catalog und Windows Phone 7 Marketplace).

Die grundlegende Erkenntnis:

  • Der asiatische Smartphone App Markt ist groß und wächst weiter stark an – laut Distomo erreichen die erfolgreichsten Apps im asiatischen Raum ein ähnliches Downloadvolumen wie in den USA!
  • Zudem sind die Vorlieben der Smartphone Nutzer in Asien grundsätzlich ähnlich denen in anderen Ländern – sprich:Spiele, Unterhaltung und Social Networks dominieren

Allerdings zeigen die Distimo-Daten auch einige marktspezifische Besonderheiten deutlich auf:

  • Die Affinität zu kostenpflichtigen Smartphone Apps ist deutlich geringer als in den USA und Europa
  • In-App Käufe sind nur in wenigen Ländern (Singapur, Malaysien, Indonesien) ein ähnlich starker Umsatzfaktor wie in den USA
  • Auf lokale Interessen zugeschnittene Apps verzeichnen – wenig überraschend – deutlich bessere Downloadzahlen


Distimo: Bezahlte Apps und durchschnittlicher Umsatz in Asien

Leinen los!

Ja, es kann sich also durchaus lohnen, mit der eigenen Smartphone App auch den asiatischen Markt ins Auge zu fassen – selbst wenn diese nun nicht speziell für den fernöstlichen Markt konzipiert wurde. Ob sich der Erfolg über die reine Freigabe im App Store Backend und ein paar Ads dann automatisch einstellt, darf aber angezweifelt werden.
Das mag für den Hobby-Programmierer verschmerzbar sein, wer mit seiner der App Entwicklung aber ernsthafte Businessziele verfolgt, tut gut daran, einige Optionen in Betracht zu ziehen (Rechtliche Fragen blenden wir aus, das ist ein Thema für sich und sollte von Spezialisten betreut werden):

App Übersetzung

Naheliegendster Parameter für den angemessenen lokalen Auftritt wäre, die App sprachlich an die wichtigsten Länder anzupassen. Der Aufwand richtet sich natürlich nach der Komplexität der App und der enthaltenen Texte.
Zu beachten ist, dass Übersetzungen in etwaigen App-Updates auch entsprechend erneuert werden müssen. Außerdem können – wie in allen Sprachen – Probleme auftreten, wenn z.B. bisherige Textfelder oder Textboxen nicht flexibel sind, so dass Optik oder Funktionalität beeinträchtigt werden.
Komplexer wird es außerdem, wenn verschiedensprachliche Apps / Clients auf ein einheitliches Backend zugreifen. Hier müssen dann die Datenbanken und die Zugriffstrukturen entsprechend flexibel gestaltet werden, um keine unerwarteten Fehler zu provozieren.

App Politur

Eine weitere attraktive Möglichkeit ist es, Workflows und Interface der Smartphone App für die asiatischen Versionen anzupassen. Wir bei Synaptic Network greifen dazu auf Partner zurück, die Erfahrungen mit regionaler Vermarktung haben. Abhängig von Aufwand und Kosten sollte aber zuerst getestet werden, ob das bisherige Interface nicht ebenso akzeptiert wird.

App Finanzierung

Wenn die Refinanzierungsfrage kritisch ist (etwa aufgrund des hohen Traffics und der Komplexität des Backends) müsste geprüft werden, ob die bisherigen Finanzierungsoptionen für den asiatischen Markt ausreichend sind. Wie die Studie zeigt, ist der Erfolg von kostenpflichtigen Smartphone Apps und In-App-Käufen bisher geringer als in westlichen Stores. Hier käme eine stärkere Werbefinanzierung, etwa mit lokal ausgerichteten Affiliate- oder Werbepartner in Betracht.

Kurzum: Wer seine Smartphone App auf den attraktiven asiatischen Markt bringen möchte, hat heutzutage beste Chancen dazu. Einige grundlegende Gedanken im Vorfeld eines App Store Releases erhöhen aber in jedem Fall die Erfolgswahrscheinlichkeit (ja, das gilt sicher weltweit) – unser Team und unsere Partner helfen hier gerne weiter!





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